Fachkraft für Arbeitssicherheit bei mehreren Standorten finden: So gelingt die Suche

Fünf Standorte, fünf Anfragen? Muss nicht sein: Eine Fachkraft für Arbeitssicherheit kann mehrere Standorte betreuen. Sie müssen nur den passenden Anbieter finden. Das ist leichter gesagt als getan, denn sicherheitstechnische Betreuung wird vor Ort erbracht: Jede Betriebsstätte braucht eine Betreuung nach DGUV Vorschrift 2, und kaum ein Arbeitsschutzdienstleister deckt alle Regionen ab, während manche gar keine neuen Kunden annehmen. Wer mehrere Standorte betreuen lässt, braucht deshalb einen anderen Suchansatz als für einen einzelnen Standort.

Noah Wetjen
Noah Wetjen

Gründer von Safest

Veröffentlicht
Lesezeit
9 Min.
Illustration einer Karte mit mehreren Standortnadeln neben einer Fachkraft für Arbeitssicherheit mit Schutzhelm und Warnweste | Safest

Diese und über 1.292 weitere Unternehmen vertrauen auf Safest

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Das Wichtigste auf einen Blick

  • Pflicht je Standort: Jede Betriebsstätte braucht sicherheitstechnische Betreuung nach DGUV Vorschrift 2, und eine Fachkraft kann mehrere Standorte betreuen.
  • Drei Modelle: Ein Anbieter für alle Standorte, regionale Dienstleister je Standort oder interne SiFa am Hauptstandort plus externe Betreuung der Außenstandorte.
  • Kapazität ist knapp: Viele Arbeitsschutzdienstleister nehmen keine neuen Kunden an oder decken nicht alle Standorte und Leistungen ab. Die Auswahl ist der Engpass.
  • Die Lösung mit Safest: Bei Safest beschreiben Sie den Bedarf einmal und erhalten bis zu 3 Angebote von geprüften Anbietern, passend zu Ihrer Standortstruktur.

Warum mehrere Standorte die Suche nach einer SiFa erschweren

Sicherheitstechnische Betreuung wird vor Ort erbracht. Deshalb suchen Unternehmen klassisch mit Städte- und Bundesland-Kombinationen: „Fachkraft für Arbeitssicherheit Hamburg“, „SiFa Bayern“. Für einen einzelnen Standort funktioniert das. Für ein Unternehmen mit fünf Standorten in drei Bundesländern wird aus einer Suche schnell ein Projekt, weil Sie jeden Anbieter einzeln prüfen, anfragen und abstimmen müssen.

Hinzu kommt der eigentliche Engpass: Kapazität. Viele Arbeitsschutzdienstleister sind ausgelastet und nehmen keine neuen Kunden an. Andere betreuen nur ihre Region oder bieten nicht jede Leistung an. Gerade die Kombination aus Arbeitssicherheit und Arbeitsmedizin für alle Standorte ist selten. Wer mehrere Angebote einholen will, investiert entsprechend viel Zeit in Anfragen, die ins Leere laufen.

Zahlen aus rund 5.200 Safest-Anfragen unterstreichen das: Jedes vierte Unternehmen betreibt mehrere Standorte, doch 92 % der Arbeitsschutz-Anbieter sind an nur einem einzigen Standort aktiv. Bei einer Anfrage über rund 400 Einsatzstunden meldet zudem fast jeder vierte Dienstleister keine freien Kapazitäten.

Damit stellt sich die Kernfrage dieses Artikels: Brauchen Sie einen Anbieter für alle Standorte oder je Standort einen regionalen Dienstleister? Die Antwort hat großen Einfluss auf Verwaltungsaufwand, Dokumentation und Betreuungsqualität.

Ein Anbieter für alle Standorte oder regionale Dienstleister?

Es gibt drei gängige Modelle, sicherheitstechnische Betreuung für mehrere Standorte zu organisieren. Keines ist pauschal richtig, aber für die meisten Multi-Standort-Unternehmen überwiegt eines klar.

Modell A: ein Anbieter für alle Standorte. Ein Arbeitsschutzdienstleister mit mehreren Fachkräften oder einem Netzwerk betreut alle Betriebsstätten. Vorteile: ein Ansprechpartner, ein Vertrag, eine einheitliche Dokumentation und Betreuungsqualität über alle Standorte hinweg. Nachteil: Die regionale Nähe je Standort ist geringer, und Sie müssen prüfen, ob der Anbieter jede Region tatsächlich mit Kapazitäten abdecken kann.

Modell B: regionale Dienstleister je Standort. Jede Betriebsstätte erhält einen ortsansässigen Anbieter. Vorteile: regionale Nähe und Kenntnis der örtlichen Gegebenheiten, etwa der zuständigen Aufsicht. Nachteile: mehrere Verträge, mehrere Ansprechpartner, höherer Koordinationsaufwand und eine uneinheitliche Dokumentation, die bei Prüfungen schnell zum Risiko wird.

Modell C: intern plus extern. Bei Großunternehmen gängig: eine interne Fachkraft für Arbeitssicherheit am Hauptstandort, externe Betreuung für die Außenstandorte. Vorteile: interne Nähe und Kontrolle am Hauptsitz, externe Flexibilität für die Fläche. Nachteil: Die Schnittstellen zwischen interner und externer Betreuung müssen sauber organisiert sein, von der Dokumentation über Übergaben bis zu einheitlichen Standards.

ModellVorteileNachteilePasst zu…
A: ein Anbieter für alle StandorteEin Ansprechpartner, ein Vertrag, einheitliche Dokumentation und QualitätWeniger regionale Nähe, Abdeckung muss geprüft werdenUnternehmen, die Koordinationsaufwand minimieren wollen
B: regionale Dienstleister je StandortRegionale Nähe, Kenntnis örtlicher GegebenheitenMehrere Verträge und Ansprechpartner, uneinheitliche DokumentationStandorten mit sehr spezifischen lokalen Anforderungen
C: intern plus externInterne Kontrolle am Hauptsitz, externe Flexibilität für die FlächeSchnittstellen müssen sauber organisiert seinGroßunternehmen mit eigener Arbeitsschutzstruktur

Tabelle seitlich wischen, um alle Spalten zu sehen

Für die meisten Multi-Standort-Unternehmen überwiegt Modell A, weil Koordinationsaufwand und Dokumentationslücken die größten praktischen Risiken sind. Entscheidend ist nicht die Modellbezeichnung, sondern die Prüffrage: Kann der Anbieter alle Ihre Standorte nachweislich mit Kapazitäten abdecken? Diese Frage sollten Sie jedem Anbieter stellen, bevor Sie einen Vertrag abschließen.

Was bei mehreren Standorten rechtlich zu beachten ist

Die Grundlagen der sicherheitstechnischen Betreuung beschreibt der Safest-Ratgeber zur DGUV Vorschrift 2. Wer mehrere Standorte betreibt, sollte darüber hinaus auf vier Punkte achten:

  • Einsatzzeiten je Betrieb: Maßgeblich ist der Betrieb, also eine organisatorisch eigenständige Einheit, nicht automatisch jeder Standort. Die Stunden ergeben sich aus dem Einsatzzeitenfaktor der Betreuungsgruppe mal Beschäftigte und gelten für Fachkraft für Arbeitssicherheit und Betriebsarzt zusammen (je mindestens 20 %). Rechnen Sie sie mit dem Einsatzzeitenrechner von Safest je Betrieb durch.
  • Eine Betreuungsgruppe je Betrieb: Die Gruppe richtet sich nach dem Betriebszweck. Ein Produktionsbetrieb braucht mehr Stunden je Beschäftigtem als ein Bürobetrieb, deshalb sollten Sie die Gruppe nicht pauschal für das ganze Unternehmen übernehmen.
  • Präsenz vor digital: Betreuung findet grundsätzlich vor Ort statt. Digital ist bis zu ein Drittel der Einsatzzeit möglich (BGW, 2026), bis zu 50 % bei umgesetzter Arbeitsschutzorganisation und aktueller Gefährdungsbeurteilung (BGN, 2025). Voraussetzung ist immer, dass die Fachkraft den Betrieb kennt, in der Regel durch eine Erstbegehung.
  • Eine BG je Unternehmen: In der Regel ist die Berufsgenossenschaft des Hauptunternehmens für alle Standorte zuständig (§ 131 SGB VII). Mehrere BGen kommen vor allem bei verschiedenen Gesellschaften vor. Ab wann die neue DGUV Vorschrift 2 gilt, legt jede BG selbst fest: die BGHM seit April 2025 (Haufe), die BGW seit Juni 2026.
Wichtig: Wer einer vollziehbaren Anordnung nach § 12 Abs. 1 ASiG zuwiderhandelt, riskiert nach § 20 ASiG ein Bußgeld von bis zu 25.000 €.

Tool: Einsatzzeiten für SiFa & Betriebsarzt berechnen

Schritt 1 von 3

1. Betreuungsgruppe ermitteln

Die Betreuungsgruppe bestimmt den Einsatzzeitfaktor pro Beschäftigtem und Jahr.

Kennen Sie Ihre Betreuungsgruppe?

Diese Kriterien sollten HR- und EHS-Verantwortliche anlegen

Beim Vergleich von Anbietern hilft eine feste Kriterienliste mehr als Bauchgefühl. Diese fünf Punkte decken die entscheidenden Fragen ab:

  • Standort-Abdeckung: Betreut der Anbieter alle Ihre Standorte, mit eigenen Fachkräften oder über ein Netzwerk? Fragen Sie konkret nach, nicht pauschal.
  • Arbeitsmedizin in Kombination: Viele Unternehmen brauchen neben der sicherheitstechnischen auch arbeitsmedizinische Betreuung. Gerade die Kombination aus Arbeitssicherheit und Arbeitsmedizin für alle Standorte ist eine häufige Herausforderung, weil viele Dienstleister sie nicht anbieten. Prüffrage: Deckt der Anbieter beides ab?
  • Betreuungsqualität: Erreichbarkeit, Zuverlässigkeit, feste Ansprechpartner und dokumentierte Begehungsberichte sagen mehr über die spätere Zusammenarbeit als jedes Verkaufsgespräch.
  • Branchenerfahrung: Der Anbieter sollte zu Ihrer Branche, Ihrer Unternehmensgröße und den benötigten Leistungen passen, von der Gefährdungsbeurteilung bis zur Betriebsbegehung.
  • Vertrag und Wechsel: Achten Sie auf Vertragslaufzeiten, zugesagte Reaktionszeiten bei akuten Anlässen und den Aufwand beim Wechsel. Die zentrale Frage lautet: Macht mir der Wechsel mehr Arbeit als vorher, weil alles neu dokumentiert werden muss?
Schaubild mit den 5 Kriterien zum Anbietervergleich: Standort-Abdeckung, Arbeitsmedizin in Kombination, Betreuungsqualität, Branchenerfahrung, Vertrag und Wechsel | Safest

So finden Sie passende Anbieter: Schritt für Schritt

Eine strukturierte Suche dauert wenige Tage und erspart Ihnen Wochen Nacharbeit. Vier Schritte reichen:

  1. Bedarf strukturieren: Erfassen Sie einmal alle Standorte mit Beschäftigtenzahlen, Branchen und Gefährdungen sowie die benötigten Leistungen, von der Gefährdungsbeurteilung über Begehungen bis zu Unterweisungen, und ob Arbeitsmedizin dazukommen soll. Diese Liste ist später die Grundlage für jede Anfrage. Häufiger Fehler: Anfragen stellen, bevor der Bedarf klar ist, und dann Angebote vergleichen, die nicht vergleichbar sind.
  2. Einsatzzeiten je Standort ermitteln: Rechnen Sie die erforderlichen Betreuungsstunden je Betrieb durch, etwa mit dem Einsatzzeitenrechner von Safest. So erkennen Sie, welche Standorte den größten Betreuungsaufwand erzeugen und welche Anbieter diesen leisten können. Häufiger Fehler: nur die Gesamtzahl der Beschäftigten betrachten und die unterschiedlichen Betreuungsgruppen der Standorte ignorieren.
  3. Angebote einholen: Fragen Sie mehrere Anbieter an, statt den ersten gefundenen zu beauftragen. Häufiger Fehler: rein regional suchen und dabei die Standort-Gesamtfläche aus dem Blick verlieren. Ein Anbieter, der nur zwei Ihrer fünf Standorte abdecken kann, hilft Ihnen am Ende wenig.
  4. Vergleichen und beauftragen: Gleichen Sie die Angebote mit der Kriterienliste aus dem vorherigen Abschnitt ab. Halten Sie Qualifikationsnachweise und zugesagte Reaktionszeiten im Vertrag fest. Häufiger Fehler: mündliche Zusagen akzeptieren, die im Streitfall nichts wert sind.
Schaubild mit den 4 Schritten der Anbietersuche: Bedarf strukturieren, Einsatzzeiten ermitteln, Angebote einholen, Vergleichen | Safest
Praxistipp: Klären Sie vor der Beauftragung, wer die Erstbegehung an welchem Standort übernimmt und wo die Begehungsberichte zentral abgelegt werden. Gerade bei mehreren Standorten entscheidet die einheitliche Dokumentation darüber, wie gut Sie eine Prüfung durch die Aufsicht überstehen.

Mit Safest Anbieter für alle Ihre Standorte finden

Safest löst genau dieses Problem: Statt für jeden Standort eine eigene Recherche zu starten, beschreiben Sie Ihren Bedarf einmalig und erhalten Anbieter, die zu Ihrer Branche, Ihrer Unternehmensgröße, den benötigten Leistungen und Ihrer Standortstruktur passen.

Der Prozess ist bewusst einfach. Sie beschreiben den Bedarf, Safest qualifiziert die Anfrage anhand der Daten und leitet sie in der Regel noch am selben Tag an passende Partner weiter. Sie erhalten eine E-Mail mit bis zu 3 ausgewählten Anbietern inklusive Kontaktdaten. Das ist der letzte Touchpoint: kein Sales Call, keine Nachfass-Anrufe. Der Vergleich ist für Sie kostenlos und unverbindlich.

Wichtig: Safest ist ein Vermittler und Vergleichsportal, kein Anbieter. Safest erbringt keine Betreuungsleistungen selbst, sondern vermittelt Anfragen an geprüfte Partnerdienstleister. Diese erfüllen nachweislich Qualitätsanforderungen und haben freie Kapazitäten. Genau das ist der Unterschied zur eigenen Recherche, bei der Sie Verfügbarkeit und Qualität erst mühsam prüfen müssen.

Jetzt Fachkräfte für Arbeitssicherheit in Ihrer Nähe finden und direkt anfragen

Eine Anfrage. Drei passende Angebote. Der Vergleich ist kostenlos.

Fazit: Strukturierte Suche statt Einzelrecherche

Die Multi-Standort-Betreuung scheitert selten an der Pflicht selbst, sondern an der Anbieter-Suche. Die Vorgabe ist klar: Jede Betriebsstätte braucht sicherheitstechnische Betreuung nach DGUV Vorschrift 2, und eine Fachkraft kann mehrere Standorte betreuen. Schwierig wird es bei der Frage, welcher Anbieter alle Standorte mit Kapazitäten und Qualität abdecken kann. Genau diese Frage lösen eine strukturierte Bedarfserfassung und ein sauberer Vergleich der Kriterien Abdeckung, Qualität, Branchenerfahrung und Vertrag. Wer diese Prüfschritte einmal durchläuft, trifft eine belastbare Entscheidung für alle Standorte zugleich.

Häufig gestellte Fragen

Nein. Eine Fachkraft für Arbeitssicherheit, insbesondere eine externe, kann mehrere Betriebsstätten betreuen. Entscheidend sind zwei Dinge: Die erforderlichen Einsatzzeiten müssen je Betrieb erfüllt sein, und die Fachkraft muss die Verhältnisse vor Ort kennen, in der Regel durch eine persönliche Begehung. Für die Beauftragung bedeutet das: Sie können einen Anbieter für alle Standorte beauftragen, sollten aber je Standort prüfen, ob der Betreuungsumfang erreicht wird und die Fachkraft tatsächlich vor Ort erscheint.

Noah Wetjen

Über den Autor

Noah Wetjen

Gründer von Safest

Noah hat Safest gegründet und kennt den Markt für Arbeitssicherheit und Arbeitsmedizin aus mehr als acht Jahren Praxis. In seinen Beiträgen erklärt er gesetzliche Pflichten und betriebliche Anforderungen verständlich für Unternehmen.

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